Erbschaftsteuer einfach erklärt

In Deutschland wird eine Erbschaftsteuer fällig, wenn Vermögen durch eine Erbschaft oder ein Vermächtnis auf eine andere Person übergeht. Dabei wird nicht das gesamte Erbe besteuert, sondern nur der Anteil, den eine einzelne Person erhält. Die Höhe der Steuer hängt vom Verwandtschaftsgrad zum Erblasser und dem Wert des Erbes ab.

 

Steuerklassen und Freibeträge
Wie hoch die Steuer ist, hängt von der Steuerklasse und den Freibeträgen ab. Nahestehende Angehörige zahlen weniger als entfernte Verwandte oder nicht verwandte Personen. Es gibt drei Steuerklassen:

  • Steuerklasse I: Ehepartner, Kinder, Enkel (niedrigste Steuer, höchste Freibeträge)
  • Steuerklasse II: Geschwister, Neffen, Nichten, Schwiegereltern
  • Steuerklasse III: Nicht verwandte Personen (höchste Steuerlast)


Freibeträge:

Ehepartner können bis zu 500.000 Euro, Kinder bis zu 400.000 Euro steuerfrei erben. Erst Beträge darüber hinaus werden besteuert.

 

Bewertung des Erbes
Die Höhe der Steuer richtet sich nach dem Wert des geerbten Vermögens:

  • Immobilien werden nach ihrem Verkehrswert berechnet.
  • Betriebsvermögen hat eigene Bewertungsregeln.
  • Besondere Erbstücke wie Kunstwerke oder Firmenanteile werden individuell bewertet.

 

Gesetzliche Grundlagen
Die Erbschaftsteuer basiert auf dem Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG). Ergänzend dazu gibt es die Erbschaftsteuer-Richtlinien (ErbStR 2019) und amtliche Hinweise (ErbStH 2019), die bei der Berechnung helfen.

 

Wann muss die Erbschaftsteuer gezahlt werden?
Wenn der geerbte Betrag über dem Freibetrag liegt, muss eine Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden. Das zuständige Finanzamt ist das am Wohnsitz des Erblassers. Die Steuer muss innerhalb von sechs Monaten nach dem Erbfall gezahlt werden.

 

Welche Erbschaften sind steuerfrei?
Nicht alles geerbte Vermögen ist steuerpflichtig. Steuerfrei sind unter anderem:

  • Das Familienheim: Ehepartner und Kinder zahlen keine Steuer, wenn sie die Immobilie selbst bewohnen.
  • Betriebsvermögen: Hier gibt es Vergünstigungen unter bestimmten Bedingungen.
  • Spenden an gemeinnützige Organisationen sind steuerfrei.

 

Wie kann man Erbschaftsteuer vermeiden oder reduzieren?
Eine Möglichkeit zur Steuerersparnis ist eine Schenkung zu Lebzeiten. Dabei gelten dieselben Freibeträge wie bei einer Erbschaft, und sie können alle zehn Jahre erneut genutzt werden. Dadurch lässt sich Vermögen stückweise steuerfrei übertragen.

 

Fazit
Die Erbschaftsteuer kann eine hohe finanzielle Belastung sein. Durch Freibeträge, Steuervergünstigungen und geschickte Vermögensplanung lässt sich die Steuer jedoch oft reduzieren oder vermeiden. Wer frühzeitig handelt, kann Ersparnisse für seine Erben sichern.

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